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		<title>Ein kleines Fazit</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 14:10:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Einen Rückblick auf meine Arbeit gibt es bereits in meinem letzten Bericht über meine Arbeit, nun folgt auch noch ein kurzer allgemeiner Rückblick. Dies ist aber noch nicht der Abschluss meines Blogs, es wird noch ein paar Eindrücke von meiner Reise in die Türkei geben sowie ein paar allgemeinere Berichte und ich hoffe, dass ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=171&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Einen Rückblick auf meine Arbeit gibt es bereits in meinem letzten Bericht über meine Arbeit, nun folgt auch noch ein kurzer allgemeiner Rückblick. Dies ist aber noch nicht der Abschluss meines Blogs, es wird noch ein paar Eindrücke von meiner Reise in die Türkei geben sowie ein paar allgemeinere Berichte und ich hoffe, dass ich auch in Zukunft noch Zeit finden werde über einige Nachrichten aus Serbien sowie von weiteren Reisen auf den Balkan zu berichten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Jetzt aber zum Fazit:</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ich habe zehn Monate in Serbien gelebt, vier in Valjevo und sechs in Kragujevac. Ich habe drei Auslandsreisen unternommen, nach Sarajevo, Ungarn und in die Türkei. Ich habe alle großen Städte in Serbien besucht und auch mehrere kleine sowie einige Naturschönheiten. Ich habe viele Freunde kennen gelernt, habe in einer serbischen Familie gewohnt und auch sonst viele Bereiche der serbischen Kultur beobachten können: z.B. Essen und Trinken, Kunst, Musik, Volksfeste, Sport, Polizei, Bildung, Politik, Wirtschaft, Religion, Energie, Umweltschutz und Medien.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Da mich fast jeder fragt, was mir am besten gefallen hat und was ich nicht mochte, habe ich jetzt probiert drei Punkte zu beschreiben, die ich sehr positiv in Erinnerung behalten werde und drei, mit denen ich manchmal Probleme hatte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Das, was mir am meisten imponiert hat, war die unglaubliche Gastfreundschaft, die ich erlebt habe. Ich kenne sehr viele Menschen, die sich ganz lieb um mich gekümmert haben und mir immer geholfen haben, wenn ich etwas nicht alleine erledigen konnte. Viele Menschen interessierten sich dafür, warum ich in Serbien bin und was ich dort mache. Durch die Gastfreundschaft konnte ich auch viele Bereiche der serbischen Kultur kennen lernen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, war die Entspanntheit und Spontaneität der Menschen. Es ist für viele Serben kein Problem, den ganzen Tag in Cafés zu verbringen und man handelt oft nach dem Motto, dass am Ende schon alles funktionieren wird. Von dieser Gelassenheit habe ich mir auch einiges abgeschaut, sodass ich jetzt nicht mehr alles möglichst lange im Voraus organisieren möchte, sondern manchmal auch Sachen auf den letzten Drücker aber trotzdem entspannt erledigen kann. Dazu kommt die Spontaneität, die mir sehr gefallen hat. Wenn ich zufällig ein bisschen Zeit hatte, rief ich einfach jemanden an und fragte, ob wir uns treffen wollen und wenn er nicht gerade beschäftigt war, sagte derjenige: In zehn Minuten an diesem oder jenem Treffpunkt. Dadurch, dass die Menschen so entspannt sind und so viel Zeit in Cafés verbringen, gibt es auch ein sehr großes Angebot, sodass man immer das finden kann, worauf man gerade Lust hat.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Serbien geht manchmal nicht so gut mit seinen Naturschönheiten um, wie ich es tun würde. Aber grundsätzlich besitzt Serbien viele sehr schöne Gegenden, von denen ich auch einige besucht habe. Insbesondere die vielen alten Klöster und Kirchen, die oft sehr abgelegen sind, lohnen einen Besuch und häufig kann man in der Umgebung noch ein wenig wandern. Leider braucht man fast immer ein Auto um die Natur zu erkunden.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Auch wenn das jetzt sehr Deutsch klingt, aber mein größtes Problem hatte ich mit der fehlenden Organisation des Staates und der Menschen. Wenn ich bei der Polizei 30 Minuten für meine Anmeldung von einer Stelle zur nächsten laufen muss, dann nervt mich das eben. Wenn ich mich am Montag mit jemandem für Freitag verabrede und derjenige es bis Mittwoch vergessen hat, dann verwundert mich das etwas. Wenn ich in Kragujevac nicht in der Lage bin eine Zugkarte von Niš nach Istanbul zu kaufen, dann ärgert mich das. Und wenn ich für jede Busverbindung, die nicht in Kragujevac beginnt, bei einer anderen Busstation anrufen muss, dann ist das sehr anstrengend für mich, weil ich immer jemand anders fragen muss, weil ich auf Serbisch nur mit Leuten telefonieren kann, die ich kenne, ansonsten verstehe ich meinen Gesprächspartner kaum und er wird Probleme haben mich zu verstehen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Für einen ruhigen Menschen wie mich ist auch die Emotionalität von vielen Menschen ein Problem. Viele Menschen regen sich sehr schnell auf und dann kann man kaum mit ihnen sachlich diskutieren sondern greift sich nur noch gegenseitig persönlich an. Es lohnt sich allerdings nicht, sich lange darüber Gedanken zu machen, was man falsch gemacht hat, weil nach zehn Minuten der ganze Ärger verflogen und alles wieder gut ist.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Mein drittes Problem ist die schlechte verkehrstechnische Infrastruktur. Viele Straßen in Serbien verdienen meiner Meinung nach diesen Namen nicht, sondern sind eher asphaltierte Feldwege. Auf zahlreichen Busreisen war die Straßenqualität so schlecht, dass man vor lauter auf und ab weder lesen noch schlafen konnte, sondern nur dasitzen und hoffen, dass es möglichst schnell vorüber ist. Das Zugnetz ist außerdem in einem sehr schlechten Zustand, sodass man mit dem Bus immer schneller ist als mit dem Zug. Die Züge sind zwar sehr günstig, aber man weiß nie wann sie kommen. Deswegen sind die einzigen Menschen, die mit dem Zug fahren, Jugendliche, die viel Zeit aber kein Geld haben und Menschen, die lange Strecken zurücklegen müssen und zufällig einen Zug von ihrem Start- in ihren Zielort haben.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">In meinem Kopf behalten werde ich sowohl die guten als auch die schlechten Seiten meiner Zeit, aber die guten überwiegen ganz eindeutig, insbesondere, da ich mich an die meisten schlechten im Laufe der Zeit gewöhnt habe und sie deswegen kaum noch wahrnehme. Deswegen möchte ich auch sehr gerne wieder nach Serbien reisen, auch wenn ich noch nicht weiß, wann ich die Möglichkeit dazu habe.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/adiaserbien.wordpress.com/171/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/adiaserbien.wordpress.com/171/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=171&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Eine typische serbische Stadt</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 22:38:50 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ich habe während meiner Zeit in Serbien viele Städte kennen gelernt und habe in der Stadtstruktur mehrere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen typischen serbischen und deutschen Städten festgestellt.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die meisten serbischen Städte liegen an einem Fluss oder Bach. Kragujevac und Valjevo, die beiden Städte, die ich am besten kennen lernte, befinden sich beide in relativ engen Tälern, umgeben von Mittelgebirgen. Das moderne Stadtzentrum befindet sich meistens auf der flacheren Seite des Flusses, während in Valjevo das historische Stadtzentrum auf der steileren Flussseite war. Dies hängt mit der Stadtgeschichte zusammen. Während der ca. 500-jährigen Zeit unter türkischer Herrschaft war das Händler- und Handwerkerviertel auf der steileren Seite. Dieses Viertel ist noch heute ganz anders geprägt als die Innenstadt auf der anderen Flussseite. Die flachen Seiten sind häufig weitläufiger mit relativ breiten Straßen gestaltet, die Altstädte an steileren Hängen mit engen Gassen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">In vielen serbischen Städten gibt es einen Mix aus unterschiedlichen Einflüssen. In Zentral- und Südserbien ist dies vor allem die Mischung aus serbischem und türkischem Stil. Dazu kommen ein paar österreichische Einflüsse. In Nordserbien vermischten sich die serbische, ungarische und österreichische Kultur, was im Stadtbild noch deutlicher sichtbar ist, als die türkischen Einflüsse in Zentralserbien.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die meisten serbischen Städte besitzen eine Hauptachse, die entlang der wichtigsten Durchgangsstraße und des Flusses verläuft.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Das Stadtzentrum ist meistens von einer Fußgängerzone geprägt, an der viele kleine Geschäfte und Cafés liegen. Die Bausubstanz besteht häufig aus einer Mischung aus alten serbischen Einfamilienhäusern, neoklassizistischen Verwaltungsbauten, die noch aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stammen, und kommunistischen Funktionsbauten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Das zentrale Gebäude der Innenstädte ist häufig eine Kathedrale. Während der Zeit des Kommunismus haben diese jedoch an Bedeutung verloren, sodass jetzt häufig auch ein Hotel und die Hauptpost das Stadtzentrum prägen. Das Rathaus steht dagegen, anders als in vielen deutschen Städten, nicht im Mittelpunkt, sonders ist häufig nur ein Funktionsbau. Auch ein Gymnasium ist häufig ein Gebäude, das das Stadtbild prägt. Dies liegt daran, dass Gymnasien ein Prestigesymbol sind, da sie die höchsten Schulen sind, mit denen die Städte gerne werben.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Je größer die Stadt ist, desto mehr Hochhäuser und Großwohnsiedlungen finden sich. Die ältesten befinden sich noch in der Nähe des Stadtzentrums, die neueren sind weiter davon entfernt. Insgesamt sind jedoch Einfamilienhäuser wesentlich weiter verbreitet, als in deutschen Städten. Diese sind zumeist relativ klein und technisch auf einem älteren Stand als die meisten Wohnungen, sodass es normalerweise kein Zeichen von größerem Wohlstand ist, wenn jemand in einem eigenen Haus und nicht in einer Wohnung wohnt. Eigentumswohnungen sind weiter verbreitet als in Deutschland.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Gerade die kleinen serbischen Städte haben einen sehr dörflichen Charakter, was daran liegt, dass vor allem die Einfamilienhäusersiedlungen außerhalb der Innenstadt sehr ländlich wirken, da viele Leute dort noch ein wenig Landwirtschaft für den Eigenbedarf betreiben, indem sie einige Nutztiere wie Hühner oder Schweine halten und einige Pflanzen anbauen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Durch die vielen kleinen Geschäfte ist die Funktionstrennung zwischen Arbeiten und Wohnen nicht so stark ausgeprägt wie in Deutschland. Es gibt viele Leute, die ein Geschäft im Erdgeschoss besitzen und in den oberen Stockwerken wohnen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Der Großteil der Industrialisierung fand nach dem zweiten Weltkrieg statt. Die meisten Gewerbegebiete befinden sich entlang der Hauptdurchgangsstraße oder der Hauptbahnlinie. In dieser Achse findet das Hauptwachstum der Städte, sowohl in Bezug auf Industrieanlagen als auch in Bezug auf neue Wohngebiete, statt.</span></p>
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		<title>Topola: Wiege des ersten serbischen Aufstandes</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 15:14:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[An meinem letzten Wochenende in Serbien habe ich noch einen letzten Eintagesausflug gemacht. Zusammen mit zwei Freundinnen bin ich nach Topola gefahren, einer Kleinstadt 40 km nördlich von Kragujevac, die sich inmitten der hügeligen Landschaft Šumadija befindet. Die Straße dorthin ist zum Teil neu und deswegen für serbische Verhältnisse sehr angenehm zu befahren. Die Stadt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=167&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">An meinem letzten Wochenende in Serbien habe ich noch einen letzten Eintagesausflug gemacht. Zusammen mit zwei Freundinnen bin ich nach Topola gefahren, einer Kleinstadt 40 km nördlich von Kragujevac, die sich inmitten der hügeligen Landschaft Šumadija befindet. Die Straße dorthin ist zum Teil neu und deswegen für serbische Verhältnisse sehr angenehm zu befahren. Die Stadt liegt an einem flachen Hang.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Das besondere, weshalb man dorthin kommt, ist ein Hügel namens Oplenac oberhalb der Stadt, auf dem die Grabstätte der serbischen Karađorđević-Dynastie liegt. Karađorđe war der Anführer des ersten serbischen Aufstandes gegen die osmanische Besetzung zwischen 1804 und 1813. Er und seine Nachkommen regierten den serbischen Staat mehrfach zwischen 1804 und 1945, bevor. Nachdem der damalige Regend Peter II. schon während des zweiten Weltkriegs geflohen war, musste er anschließend auf Druck der Kommunisten auf seine Thronrechte verzichten und dauerhaft im Exil bleiben.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Zu Ehren von Karađorđe und seiner Familie wurde ein großer Museumspark eingerichtet, dessen Mittelpunkt eine wundeschöne große Kirche auf dem Gipfel des Hügels ist. Diese besuchten wir als erstes. Die Kirche ist hervorragend gepflegt und besonders von innen sehr schön verziert. Unter der Kirche befindet sich die Grabkammer der Dynastie.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend besuchten wir ein ehemaliges Wohnhaus, in dem heute Teile des Familienbesitzes ausgestellt werden. Danach sind wir ein wenig durch den Park spazieren gegangen, hinab zum nächsten Ausstellungsteil, einer kleinen Gemäldegalerie mit Bildern serbischer Künstler. Da Karađorđe bis heute als serbischer Befreier verehrt wird, kommen viele serbische Touristen hierher und auch viele Schulklassen besichtigen die Anlage.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Danach verließen wir den schönen Park und fuhren mit dem Auto zurück ins Stadtzentrum, wo ein weiterer Park mit einer kleinen Kirche und dem Konak (Villa), in dem Karađorđe wohnte, liegt. Zuerst besichtigten wir die Kirche, anschließend den Konak, der auch als Museum eingerichtet sind. Dort findet man zum einen Holzschnitzarbeiten und zum anderen Ausstellungsstücke über den ersten serbischen Aufstand gegen die Türken, der in der Nähe von Topola begann.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Danach hatten wir uns ein Mittagessen in einem Restaurant im Zentrum von Topola verdient.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Mit dem Auto fuhren wir anschließend wieder zurück nach Kragujevac, wobei wir zwischendurch noch eine kurze Pause an einer kleinen Kirche machten, die ziemlich einsam in einem engen Tal liegt. Von außen wirkt sie relativ unscheinbar, aber sie besitzt einen schönen Altar. Die Frau, die für die Instandhaltung der Kirchenanlage verantwortlich ist, lud und noch zu einem Getränk ein und nach dem wir uns noch ein wenig unterhalten hatten, fuhren wir endgültig zurück.</span></p>
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		<title>Novi Sad, eine Habsburgerstadt in Serbien</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 12:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adiaserbien</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine meiner letzten Reisen in Serbien führte mich nach Novi Sad. Novi Sad ist mit ca. 300.000 Einwohnern die zweitgrößte serbische Stadt nach Belgrad. Im Gegensatz zu Belgrad ist Novi Sad jedoch eine sehr ruhige Stadt, in der viele Menschen in Cafés auf den Straßen sitzen und den Tag genießen. Nur der Verkehr ist noch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=165&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Eine meiner letzten Reisen in Serbien führte mich nach Novi Sad. Novi Sad ist mit ca. 300.000 Einwohnern die zweitgrößte serbische Stadt nach Belgrad. Im Gegensatz zu Belgrad ist Novi Sad jedoch eine sehr ruhige Stadt, in der viele Menschen in Cafés auf den Straßen sitzen und den Tag genießen. Nur der Verkehr ist noch anstrengender als in Kragujevac oder Valjevo, da man als Fußgänger nur selten von Autofahrern wahrgenommen wird und sich dementsprechend vorsichtig verhalten muss.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Stadt liegt in der Vojvodina im nördlichen Teil Serbiens direkt an der Donau. Sie ist unterteilt in die Stadt Novi Sad auf der einen Seite der Donau und die Festung Petrovaradin auf der anderen Seite.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Festung entstand in ihrer heutigen Form unter den Habsburgern und auch die Stadt wurde von diesen gegründet und stand nie unter türkischer Herrschaft. Sie ist deswegen im Gegensatz zu den meisten anderen serbischen Städten sehr österreichisch geprägt aber besitzt keine türkischen Einflüsse.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nachdem ich mit dem Bus etwas außerhalb der Innenstadt angekommen war, lief ich zunächst in diese, wo auch mein Hostel lag. Die äußeren Stadtteile sind nicht besonders hübsch, was vielleicht daran liegt, dass sie größtenteils erst während des Kommunismus entstanden. Über eine große Einfallstraße näherte ich mich dem Zentrum und entdeckte gleich eine Besonderheit der Stadt. Sie ist von sehr vielen Volksgruppen geprägt, obwohl die Serben heute eindeutig die Mehrheit stellen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Als erstes entdeckte ich die sehr schöne und ziemlich große Synagoge, die man aber leider nicht besichtigen konnte. Anschließend sah ich noch weitere Kirchen unterschiedlichster Konfessionen: u.a. serbisch-orthodox, ungarisch-katholisch, protestantisch, slowakisch-reformiert. Als Besonderheit kommt noch hinzu, dass fast alle Sakralbauten wie auch die meisten Verwaltungsbauten und viele weitere Gebäude in der Innenstadt im barocken Stil gebaut wurden. Da viele Gebäude gut erhalten sind, ist die Innenstadt in der Tat sehr schön. Deswegen halten auch viele Serben Novi Sad für die schönste serbische Stadt.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Am wichtigsten Platz der Stadt liegt die ungarisch-katholische Marienkirche, die höchste Kirche in der Stadt und eine der wenigen, die man besichtigen kann. Sie besticht durch ihre zahlreichen Verzierungen. Am Platz finden sich neben dem Rathaus noch weitere schöne Gebäude im barocken Stil und zum Teil auch mit Einflüssen des Jugendstils. Direkt dem der Kirche lag mein Hostel, wo ich noch ein paar gute Tipps bekam, was ich mir anschauen sollte. Anschließend setzte ich meinen Gang durch die Innenstadt fort. Zunächst folgte ich der Fußgängerzone, wo sich der Bischofspalast und die serbisch-orthodoxe Georgskathedrale befinden.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend unternahm ich einen längeren Spaziergang durch bzw. um die Innenstadt, während dem ich die zahlreichen weiteren Kirchen entdeckte sowie unter anderem auch das sehr schöne Gebäude der Matica Srpska, dem ersten serbischen Kulturverein. Gegründet wurde er ursprünglich in Budapest, seit 1864 ist Novi Sad sein Sitz. Neben den alten barocken Bauten und einigen kommunistischen Funktionsbauten findet man in der Innenstadt auch ein paar Gebäude, die eine moderne Architektur mit viel Glas und bunten Fassaden besitzen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Über einen kleinen aber sehr schönen Park, in dem ich noch eine kurze Pause einlegte, gelangte ich zur Donau. Während des NATO-Bombardements 1999 wurden alle Brücken zerstört, mittlerweile sind vier, darunter eine Eisenbahnbrücke, wieder auf- bzw. neu gebaut. Reste der alten Brücken sieht man aber noch als sehr eindrückliches Mahnmal im Fluss stehen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Auf der anderen Seite steht die riesige und hervorragend erhaltene Festungsanlage Petrovaradin. Sie liegt in einer Donauschleife auf einem Felsen. In ihrer heutigen Form wurde sie im 18. Jahrhundert von den Habsburgern errichtet und war auch zur Verteidigung gegen Feuerwaffen konzipiert, wodurch die Verteidigungsanlagen besonders beeindruckend sind. Neben der eigentlichen Festung war noch ein ganzes Dorf innerhalb der Verteidigungsmauern, -wälle und -gräben, in dem alles Wichtige hergestellt werden konnte. Durch mehrere Tore kam ich in die Hauptburg, in der, neben mehreren Gebäuden, die heute zum Teil als Restaurants genutzt werden, auch der sehr markante Uhrenturm liegt. Dort machte ich zahlreiche Fotos.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend brauchte ich unbedingt eine Pause, da ich sehr viel gelaufen war, sodass ich mir ein ruhiges Plätzchen innerhalb der weitläufigen Parkanlage, die auch noch innerhalb der Festungsanlage liegt, suchte, dort etwas aß und anschließend ein bisschen las. In der Zwischenzeit war es dämmrig geworden, sodass ich noch mehr Fotos von der Stadt machte, auf die man von dort oben einen hervorragenden Blick hat.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Zurück in der Innenstadt machte ich noch einige Fotos und aß eine Pljeskavica, die von mir sehr verehrte serbische Form des Hamburgers. Danach begab ich mich zurück in den schon erwähnten Park an der Donau, wo im Rahmen eines Kino-Festivals, das während der gesamten Woche in Novi Sad stattfand, ein serbischer Film im Open-Air-Kino gezeigt wurde, von dem ich fast alles verstand, worauf ich ein bisschen stolz war.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Am nächsten Morgen stärkte ich mich zunächst in einem Café direkt in der Fußgängerzone, anschließend deckte ich mich in einer Bäckerei mit allem ein, was ich für den Tag benötigte und ging danach ein wenig direkt an der Donau spazieren. Dort gibt es unter anderem ein Denkmal für die Opfer der Faschisten. Durch den Park gelangte ich zum Museum der Vojvodina, in dem es eine Ausstellung über die Geschichte der Donauschwaben in der Vojvodina auf Serbisch und Deutsch gab, die mir sehr gut gefiel, sowie weitere Ausstellungsstücke über die Geschichte der Vojvodina, über die unterschiedlichen Kulturen, die hier leben bzw. lebten, und über die Klöster der Vojvodina, von denen viele leider nur noch als Ruinen erhalten sind.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend fuhr ich mit einem normalen Linienbus nach Sremski Karlovci, eine kleinen Stadt, die sechs Kilometer von Novi Sad entfernt an der Donau liegt und die ich als meiner Meinung nach architektonisch schönste Stadt Serbiens im Kopf behalten werde.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ein Großteil der Stadt, die früher Patriarchensitz war, wurde im barocken Stil errichtet, neben den Sakral- und Verwaltungsbauten auch viele einfach Wohnhäuser. Das Zentrum des Städtchens ist sehr überschaubar. Neben mehreren serbisch-orthodoxen und einer römisch-katholischen Kirche findet man die Patriarchenresidenz sowie mehrere Kultur- und Bildungseinrichtungen. Einige der Gebäude sind bereits hervorragend renoviert, andere werden zurzeit restauriert.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nach einem Rundgang durch die Innenstadt erklomm ich noch einen Berg oberhalb der Stadt, auf dem unter anderem ein Friedhof angelegt wurde. Von hier aus hatte man bei fast völliger Ruhe einen sehr schönen Blick auf die Stadt, die von oben noch schöner wirkte, auf die Donau und auf die Ebene der Vojvodina. Zum Friedhof gehörte auch eine hübsche aber leider geschlossene Kapelle. Nach einer kurzen Pause stieg ich wieder hinab, sah mir noch eine weitere Kirche an und fuhr dann zurück nach Novi Sad, von wo aus ich einen Bus nach Kragujevac hatte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Rückfahrt bot mir noch eine kleine, unerwünschte Besonderheit. Der Bus fuhr entgegen meiner Annahme bis Belgrad nicht über die Autobahn sondern über Landstraßen durch die Ausläufer des Mittelgebirges Fruška Gora und durch die Ebene der Vojvodina. So sah ich noch einige Dörfer und konnte die Architektur der ländlichen Vojvodina ein wenig studieren, aber in erster Linie verlängerte sich die Fahrzeit um ungefähr eine Stunde.</span></p>
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		<title>Das St. Moritz Serbiens: Vrnjačka Banja</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 11:29:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[An einem der schönen Wochenenden im Juni habe ich zusammen mit drei Freundinnen einen Ausflug nach Vrnjačka Banja, einer der bekanntesten Kurorte Serbiens, gemacht, der ungefähr 50 km südlich von Kragujevac liegt. Der Ort besitzt mehrere Heilquellen, die unterschiedliche Wirkungen haben, und eine riesige Parkanlage. Es gibt viele Hotels, Restaurants und kleine Geschäfte in häufig [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=163&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">An einem der schönen Wochenenden im Juni habe ich zusammen mit drei Freundinnen einen Ausflug nach Vrnjačka Banja, einer der bekanntesten Kurorte Serbiens, gemacht, der ungefähr 50 km südlich von Kragujevac liegt.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Der Ort besitzt mehrere Heilquellen, die unterschiedliche Wirkungen haben, und eine riesige Parkanlage. Es gibt viele Hotels, Restaurants und kleine Geschäfte in häufig sehr schönen Gebäuden. Ich habe mittlerweile schon ein paar serbische Kurorte gesehen, aber Vrnjačka Banja ist mit Sicherheit der größte und der, in dem man die meisten Leute sieht. Während dies am Tag vor allem ältere Menschen sind, trauen sich abends die Jugendlichen hervor und übernehmen das Kommando.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Wir sind mittags dort angekommen und sind dann eine ganze Weile durch den Park spaziert, haben uns die Quellen angeschaut und alle weiteren Sehenswürdigkeiten. Das erste, was einem auffiel, war die Luft, die wesentlich frischer war als in der Großstadt Kragujevac.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nach einiger Zeit und vielen Fotos haben wir uns ein schönes Restaurant gesucht und dort ein gutes Mittagessen mit serbischen Grillspezialitäten gehabt. Die Preise waren nicht ganz niedrig aber für einen Touristenort durchaus akzeptabel.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend sind wir noch ein bisschen weiter spazieren gegangen und haben das schöne Wetter und die gute Luft genossen. Dies ist im Normalfall auch das Einzige, was man in Vrnjačka Banja machen kann, da der Ort abgesehen vom Park klein ist und wenig Möglichkeiten bietet. Wenn ich längere Zeit hier verbringen müsste, würde ich mir deswegen wahrscheinlich viele Bücher mitnehmen und den ganzen Tag im Park sitzen bzw. liegen und lesen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">An dem Tag, an dem wir dort waren, fand aber noch ein Festival statt, anlässlich dessen es schon nachmittags und am frühen Abend einige Präsentationen von Schülern zu sehen gab. Am späteren Abend begann dann das Hauptkonzert, das auch live im Fernsehen übertragen wurde. Die Musik war überwiegend die typische und bei vielen recht beliebte serbische Popmusik. Im Laufe des Abends steigerte sich die Stimmung immer weiter bis zum Hauptsänger, der in ganz Serbien bekannt ist. Auch wenn die Musik überwiegend nicht unbedingt meine Lieblingsmusik war, gefiel es mir sehr gut, sodass wir bis weit nach Mitternacht dort blieben. Zum Glück waren wir mit dem Auto gekommen, sodass es nicht schwierig war wieder zurück nach Kragujevac zu kommen.</span></p>
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		<title>Meine Arbeit im letzten halben Jahr</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 22:13:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit dem Januar habe ich fast nichts mehr über meine Arbeit geschrieben. Dies soll sich nun ändern. Dieser Bericht gibt Euch einen Überblick über meine Arbeit während des letzten halben Jahres. Meine Betreuerin Nataša arbeitet am zweiten Gymnasium in Kragujevac. Deswegen war dies auch mein Hauptarbeitsplatz. Ich besuchte mit ihr zusammen ihre Stunden und auch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=160&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Seit dem Januar habe ich fast nichts mehr über meine Arbeit geschrieben. Dies soll sich nun ändern. Dieser Bericht gibt Euch einen Überblick über meine Arbeit während des letzten halben Jahres.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Meine Betreuerin Nataša arbeitet am zweiten Gymnasium in Kragujevac. Deswegen war dies auch mein Hauptarbeitsplatz. Ich besuchte mit ihr zusammen ihre Stunden und auch den Unterricht bei einer Kollegin von ihr, Sonja, am zweiten Gymnasium. Das zweite Gymnasium ist in einem der modernsten Schulgebäude Serbiens untergebracht, da es noch nicht sehr alt ist. Neben den allgemeinen Klassen gibt es in jedem Jahrgang auch eine philologische und eine sprachwissenschaftliche Klasse.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Schüler lernen Deutsch als zweite Fremdsprache. Da es bis vor wenigen Jahren im Raum Kragujevac fast nicht möglich war, Deutsch in der Grundschule zu lernen, geht man davon aus, dass die Schüler ohne Vorkenntnisse auf das Gymnasium kommen. In den allgemeinen Klassen sind zumeist ungefähr 30 Schüler(innen), die alle dieselbe zweite Fremdsprache lernen. Deswegen war es dort relativ anstrengend, weil die Klassen eigentlich zu groß sind, um effektiven Fremdsprachenunterricht zu haben. Aus diesem Grund verbrachte ich bei diesen Klassen nicht so viel Zeit.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Im Gegensatz dazu sind in den philologischen und sprachwissenschaftlichen Klassen meist nur 10 bis 15 Schüler, wobei die Mehrzahl eindeutig weiblich ist. Zudem ist das Interesse an Fremdsprachen dort im Allgemeinen sehr viel höher als in den allgemeinen Klassen. Mit diesen Klassen kann man dementsprechend sehr viel besser arbeiten und auch der Einsatz von modernen Unterrichtsmethoden wie Gruppenarbeit oder moderner Medien ist hier besser möglich. Deswegen machte mir der Unterricht hier viel mehr Spaß. Außerdem war es auch einfacher für mich alleine zu unterrichten, da ich generell mit kleinen Klassen besser arbeiten kann. Obwohl ich mittlerweile sehr viel besser als am Anfang Serbisch spreche und die Schüler auch fast alle Englisch sprechen, konnte ich in diesen speziellen Klassen normalerweise die ganze Stunde nur auf Deutsch sprechen und die Schüler verstanden mich fast immer, auch wenn es am Anfang etwas dauerte, bis sie sich an meine Aussprache gewöhnten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Wenn ich alleine Unterricht hatte, habe ich in den Klassen, die noch auf einem relativ niedrigen Niveau sind, meistens Wortschatzübungen gemacht zu Dingen, die man sehr oft braucht, wenn man sich ein wenig auf Deutsch unterhalten will oder in ein deutschsprachiges Land reist, wie zum Beispiel Wegbeschreibungen, Farben oder Tiere. Mit den Klassen, die schon besser Deutsch sprachen, konnte ich auch über Themen sprechen, die für Jugendliche interessant sind, wie zum Beispiel Freundschaft oder Zukunft. Außerdem konnte man mit ihnen auch anspruchsvollere Themen wie Märchen oder verschiedene Teile der Landeskunde bearbeiten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Eine weitere Schule, an der ich gelegentlich Stunden hatte, war das erste Gymnasium. Es ist das älteste Gymnasium im modernen serbischen Staat und ist in einem, von außen, sehr beeindruckenden Gebäude untergebracht. Es ist vor allem auf Naturwissenschaften spezialisiert. Dementsprechend gibt es keine speziellen sprachlichen Klassen. Die Schüler beginnen auch hier Deutsch in der ersten Klasse des Gymnasiums zu lernen. Allerdings hatte ich nur wenige Stunden dort, sodass ich nur wenige Klassen kennen gelernt habe und auch in diesen habe ich mich oft nur vorgestellt und vielleicht noch ein paar Stunden danach gehabt, aber ich habe nicht so intensiv mit ihnen gearbeitet wie mit den Schülern des zweiten Gymnasiums. Ein lustiges Erlebnis hatte ich aber einmal, als ich an einem Tag sechs Stunden hintereinander in Klassen hatte, in denen ich zuvor noch nicht gewesen war. In den meisten Klassen stelle ich mich kurz vor, dann stellen sich die Schüler vor, je nach Klassengröße manchmal auch nur ein paar, und danach sollen mir die Schüler noch Fragen stellen über alles, was sie interessiert. Nun hatte ich den Fall, dass ich von sechs Klassen hintereinander zu 90 % immer dasselbe gefragt wurde, sodass ich der Lehrerin am Ende vorschlug, ich könne doch meine Antworten auf Band aufnehmen, weil sowieso alle das gleiche fragen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Sowohl Nataša als auch Sonja hatten auch noch Sprachkurse des DAAD (Deutschen akademischen Austausch Dienstes) an der Universität in Kragujevac. Diese kann jeder besuchen, der Lust hat und außer den Lehrmaterialien muss man nichts dafür bezahlen, was für Serbien nicht üblich ist. Zu Begin hatten beide einen Anfängerkurs (Niveau A1 nach dem europäischen Referenzrahmen), später hatten beiden auch Kurse auf dem Niveau A2 sowie Nataša einen auf dem Niveau B2, für den ich auch einige Stunden gestaltet habe. In diesen Stunden war ich mehrmals dabei und sie machten mir auch relativ viel Spaß. Dies lag daran, dass die Schüler meistens interessierter waren Deutsch zu lernen als an den Schulen, dass sie, für ihre Lernzeit, schon relativ gut Deutsch sprachen und dass sie an mehr Themen in Bezug auf Deutschland interessiert waren als viele Schüler.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nataša hatte außerdem einmal in der Woche noch eine Gruppe von vier Kindern zwischen 12 und 15 Jahren, die sie privat unterrichtete. Mit einigen von ihnen machte mir der Unterricht auch viel Spaß, weil sie sehr gerne lernen, auch wenn man oft viel wiederholen muss, aber wenn man sehr einfach sprach, konnte man sich schon ein wenig mit ihnen unterhalten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Außerdem half ich Nataša und Sonja manchmal bei Übersetzungen, mit deutschen Texten oder bei Privatstunden, wenn sie Schüler hatten, die schon gut Deutsch sprachen und für die es hilfreich war, wenn sie sich einmal mit einem Muttersprachler unterhielten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Im März habe ich auch die germanistische Fakultät, die es in Kragujevac gibt, kennen gelernt. Da die Deutschlehrergemeinde allgemein in Serbien und innerhalb der meisten Städten nicht so groß ist, kennen sich die meisten untereinander. Dadurch habe ich auch ein paar der Professoren kennen gelernt, die an der Uni arbeiten. Drei Professorinnen habe ich auch im Unterricht begleitet. Dadurch habe ich alle vier Studienjahre kennen gelernt.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Im ersten Jahr sind es meistens ungefähr 25 Studenten, die ein Germanistikstudium beginnen. Darunter sind einige, die längere Zeit in einem deutschsprachigen Land gelebt haben, einige, die in der Schule oder in Privatstunden schon gut bis sehr gut Deutsch gelernt haben und einige, die Deutsch studieren, weil sie kein anderes Fach gefunden haben, in dem sie besser waren, insbesondere weil es wenig Bewerber gibt, sodass fast alle genommen werden. Im vierten Studienjahr sind es dann meistens nur noch ca. 15 Studenten, die das Studium mit einem serbischen Diplom abschließen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">In Serbien gibt es keine Unterscheidung zwischen Studenten, die auf Lehramt studieren und solchen, die zum Beispiel als Übersetzer arbeiten wollen. Dadurch sind Methodik und Didaktik keine Schwerpunkte des Studiums. Dies habe ich gemerkt, weil ich den Methodikunterricht im vierten Studienjahr relativ regelmäßig besuche, da ich dort auch noch einiges lernen kann. Jedoch habe ich das Gefühl, dass die meisten Studenten nicht sehr viel über Methodik wissen und ich habe somit bei vielen auch Probleme mir vorzustellen, dass sie ab nächstem Jahr in einer Schule unterrichten werden.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Weitere Fächer, die ich kennen lernte, sind Konversation und grammatikalische Übungen im Rahmen von Gegenwartsdeutsch, Übersetzung, Aufsatz und Deutsch als Zweitsprache, wobei ich nur den Konversationsunterricht im ersten Studienjahr häufiger besucht habe. Dort habe ich zusammen mit der Professorin einige landeskundliche Themen bearbeitet wie zum Beispiel das Deutschlandbild der Studenten, deutschsprachige Musik und Rechtsextremismus. Als Abschluss der Unterrichtseinheit haben wir außerdem über Vorurteile gegenüber anderen Ländern und Toleranz gesprochen. Dies machte mir sehr viel Spaß, da die Studenten häufig gut mitarbeiteten und sie einfach viel besser Deutsch sprachen als die Schüler, sodass ich mit ihnen auch anspruchsvollere Themen und Texte bearbeiten konnte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Außerdem wurde von der Fakultät auch ein Projekt veranstaltet, das sich Sprachcafé nennt. Ungefähr alle zwei Wochen fanden dort Filmvorführungen, Präsentationen oder Vorführungen von Studenten statt, zu denen jeder kommen konnte. Bei den Vorbereitungen half ich relativ häufig. So gab es zum Beispiel eine Theateraufführung von Studenten, bei der ich bei den Proben mehrmals dabei war und ein paar sprachliche Tipps gegeben habe sowie einige andere Tipps zur besseren Verständlichkeit des Stücks, das eine Übersetzung eines bekannten serbischen Films war. Des Weiteren habe ich unter anderem bei der Vorbereitung einer Filmvorführung geholfen, um einige sprachliche Wendungen zu erklären, die nicht sehr gebräuchlich sind.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Eine weitere Schulform, die ich zuvor nur aus Berichten kannte, habe ich im April kennen gelernt: die Grundschule. Im Sprachcafé traf ich eine Deutschlehrerin, die mich fragte, ob ich Lust habe, ein paar Stunden bei ihr zu besuchen. Die Kinder, deren Unterricht ich mir anschaute, waren zwischen 10 und 12 Jahren und besuchten die 5. und 6. Klasse. Sie beginnen in der 5. Klasse Deutsch zu lernen. Da Deutsch erst seit 2 Jahren als zweite Fremdsprache unterrichtet wird, gabt es keine älteren Schüler, die Deutsch lernten, an der Grundschule, die insgesamt acht Jahre dauert. Die meisten Schüler an der Grundschule waren sehr fasziniert von mir, dass ich als Deutscher ihren Unterricht besuchte. Dadurch waren sie fast immer sehr aufmerksam, wenn ich etwas sagte, andererseits waren sie aber vor allem am Anfang auch sehr nervös, weil sie nichts Falsches sagen wollten. Mit der Zeit gewöhnten sie sich aber an mich und ich glaube, dass sie insgesamt mehr lernten als vorher, weil der Unterricht durch meine Anwesenheit für sie viel interessanter war.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Außer in der Grundschule unterrichtet diese Lehrerin auch in einer privaten Sprachschule in Kragujevac. Dort habe ich auch Stunden von ihr besucht. Die Gruppen dort sind sehr klein, im Normalfall nicht mehr als vier Schüler. Dadurch konnte ich manchmal ganz individuell mit einzelnen Schülern arbeiten. Ansonsten waren meine Aufgaben ähnlich wie in den staatlichen Schulen. Was aber interessant war, war, dass die Schüler häufig an anderen Themen interessiert waren als die meisten Jugendlichen, was vor allem daran lag, dass sie häufig schon ein Studium beendet hatten. Dadurch habe ich zum Beispiel einmal über die deutsche Wirtschaft gesprochen, obwohl die Schüler nur relativ wenig Deutsch gesprochen haben, aber ich habe festgestellt, dass man fast alle Sachen in sehr einfachem Deutsch ausdrücken kann, wenn man sich nur entsprechend bemüht.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Gemeinsam mit einer deutschen Lektorin von der Uni Kragujevac und einer Lektorin von der Uni in Novi Pazar, einer Stadt im Süden Serbiens, organisierte ich im Mai ein Projekt für Studenten. Das Projekt namens „Auf welcher Insel lebst du denn? Ein Planspiel zur Demokratie“ dauerte zwei Tage lang. Der Großteil fand im zweiten Gymnasium statt. Dort hatten wir zwei Räume zur Verfügung. In dem Projekt ging es darum, dass die Studenten auf einer Insel strandeten und dann verschiedene Aufgaben lösen mussten, in denen es um das Überleben und ihre Regeln auf der Insel ging.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Während es am Anfang um grundlegende Dinge wie Nahrungsbeschaffung ging, sollten sie später unter anderem miteinander handeln, Herrschaftsregeln aufstellen und am Ende beschäftigten sie sich auch mit Migration zwischen den Inseln. Die meisten der Studenten aus Novi Pazar haben längere Zeit in Deutschland gelebt und sprechen deswegen sehr gut Deutsch aber es fiel auf, dass sie Probleme hatten sich gut und präzise auszudrücken, wenn es um politische oder wirtschaftliche Fragen ging.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nach dem wir am ersten Tag den ganzen Mittag und Nachmittag mit dem Planspiel beschäftigt waren, schauten wir abends einen Film. Nachdem wir uns anschließend in der Kragujevacer Innenstadt noch besser kennen gelernt hatten, ging es am nächsten Tag bis zum Mittag mit dem Planspiel weiter. Das gesamte Projekt hat mir viel Spaß gemacht, wir haben sehr intensiv gearbeitet, die Studenten machten sehr gut mit und die Ergebnisse waren auch sehr interessant.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Schüler der 4. Klasse am Gymnasium hatten am 29. Mai ihren letzten Schultag. Deswegen gab es davor noch einige Tests, viele Noten und eine schöne gemeinsame Abschlussfeier am letzten Schultag.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ein Highlight gab es auch im Juni, meinem letzten Monat in Serbien, noch am zweiten Gymnasium. Nataša hat sich für das Programm „Schulen – Partner der Zukunft (PASCH)“ des Goethe-Instituts beworben. Deswegen hatten wir an einem Tag eine Präsentation am zweiten Gymnasium. Dazu kam eine Mitarbeiterin des Goethe-Instituts und besichtigte die Schule, schaute sich einige Unterrichtsstunden an und sprach mit dem Schulleiter, den Deutschlehrern, einigen Schülern und auch mit mir. Die Präsentation lief sehr gut, sodass wir mittlerweile erfahren haben, dass die Schule PASCH-Schule wird und damit zahlreiche neue Möglichkeiten für Schüler und Lehrer erhält.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ansonsten haben nach und nach die Ferien für alle begonnen. Nachdem die Schüler der 4. Klasse schon am 29. Mai ihren letzten Schultag hatten, begann zunächst die unterrichtsfreie Zeit an der Fakultät, dann bekamen die Grundschüler Ferien und schließlich auch die Schüler am Gymnasium. Somit hatte ich wieder viele Abschiede, die ich mal mehr, mal weniger emotional meisterte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Am 5. Juni war außerdem Matura vom zweiten Gymnasium, eine Feier die mit dem Abiball in Deutschland vergleichbar ist. Zu dieser war ich auch eingeladen. Im Gegensatz zum Abiball in Deutschland sind zur Matura aber nur die Schüler und Lehrer eingeladen. Der offizielle Teil ist auch relativ kurz und besteht nur aus einigen kurzen Reden sowie Geschenken, die an alle Klassenlehrer verteilt werden. Danach beginnt der inoffizielle Teil, der vor allem aus Tanzen besteht. Im Anschluss an die eigentliche Feier hatten die Schüler noch eine Disko gemietet, in der noch lange weiter gefeiert wurde.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Insgesamt zehn Monate habe ich in Serbien Deutsch unterrichtet, an verschiedenen staatlichen und privaten Schulen sowie an der Universität in Kragujevac. Daneben habe ich bei der Organisation von verschiedenen Projekten geholfen und insgesamt viel Pionierarbeit für meine möglichen Nachfolger geleistet. Insbesondere am Anfang war sowohl in Valjevo als auch in Kragujevac vieles unorganisiert, da alles sehr kurzfristig zustande gekommen ist. Dadurch habe ich mit Sicherheit noch nicht alle Möglichkeiten, die ich als ADiA-Leistender hätte, ausgenutzt, aber ich glaube, dass ich einen guten Anfang gemacht habe.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Insbesondere von Nataša aber auch von den meisten anderen Deutschlehrern, die ich kennen lernte, habe ich sehr viel über Methodik und Fremdsprachendidaktik gelernt. So bin ich jetzt viel besser in der Lage die Deutsche Sprache nicht nur richtig zu verwenden sondern auch zu erklären, warum ich ein Wort benutze, ich kann Wörter besser auf Deutsch erklären, mich in sehr einfachem Deutsch ausdrücken und sogar die Deutsche Grammatik ein wenig erklären. Im Gegenzug half ich ihr und anderen gelegentlich bei Übersetzungen oder anderen Texten, die in Deutsch verfasst werden mussten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ich hoffe, dass ich vielen Schülern etwas beibringen konnte, vor allem hoffe ich, dass sie merkten, dass es sich lohnt Frendsprachen zu lernen, da man nie weiß, wann man sie gebrauchen kann. Ich glaube, dass ich auch vielen Deutschlehrern helfen konnte ihre Sprachkenntnisse noch zu verbessern, da sie sonst nicht so oft die Möglichkeit haben sich auf Deutsch zu unterhalten. Dadurch hatte ich auch viele interessante Diskussionen über die deutsche Sprache.</span></p>
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		<title>Đavolja Varoš: Ein Weltwunder für Serbien</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 12:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adiaserbien</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem ich schon viele größere und kleinere Städte in Serbien besichtigt habe, hatte ich im Mai die Möglichkeit zusammen mit einer Reisegruppe von der ich einige Mitglieder kannte, die wahrscheinlich interessanteste Natursehenswürdigkeit Serbiens zu sehen: Đavolja Varoš (übersetzt: Teufelsort). Um dort hinzukommen muss man von Kragujevac ungefähr vier Stunden Fahrzeit einkalkulieren. Da ich mich mit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=158&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nachdem ich schon viele größere und kleinere Städte in Serbien besichtigt habe, hatte ich im Mai die Möglichkeit zusammen mit einer Reisegruppe von der ich einige Mitglieder kannte, die wahrscheinlich interessanteste Natursehenswürdigkeit Serbiens zu sehen: Đavolja Varoš (übersetzt: Teufelsort).</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Um dort hinzukommen muss man von Kragujevac ungefähr vier Stunden Fahrzeit einkalkulieren. Da ich mich mit den Menschen aus der Gruppe, die ich kannte, sehr gut verstanden habe, war die Fahrt, trotz zum Teil äußerst schlechter Straßenverhältnisse, sehr lustig. Đavolja Varoš liegt im Süden Serbiens nicht weit entfernt von der Grenze zum Kosovo. Es ist Teil des Radangebirges.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Đavolja Varoš besitzt neben einer allgemein sehr schönen Umgebung zwei Besonderheiten, die man nicht sehr oft findet. Das eine sind durch Erosion entstandene Erdpyramiden, insgesamt ungefähr 200, das andere mineralhaltige Quellen, sodass die Bäche zum Teil gelb oder rot sind. Die Minerale wurde früher auch in zahlreichen Minen abgebaut, die aber mittlerweile alle geschlossen sind. Über die Entstehung der Erdpyramiden gibt es zahlreiche Mythen. Einer besagt, dass an diesem Ort zwei Geschwister heirateten und die gesamte Hochzeitsgesellschaft versteinert wurde wegen dieser Sünde. Deswegen soll man in den Erdpyramiden zahlreiche Figuren entdecken. Ich konnte aber nur einige wenige finden und die meisten davon auch erst hinterher auf Fotos am Computer. Das Gebiet steht unter Naturschutz und steht zurzeit als Weltnaturwunder im Internet zur Wahl und laut meinen serbischen Quellen stehen die Chancen nicht schlecht, dass es gewählt wird.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Man kann nicht den ganzen Weg mit dem Bus fahren, sondern muss zum Schluss ungefähr 45 Minuten laufen, um zu den Erdpyramiden zu gelangen. Deswegen empfiehlt es sich Turnschuhe oder andere feste Schuhe anzuziehen. Entlang des für serbische Verhältnisse sehr guten Wanderweges findet man zahlreiche Statuen von mehr oder weniger bekannten Künstlern sowie einige ehemalige Minen mit gelben oder roten Bächen. Schließlich erreichten wir das erste Feld von Erdpyramiden, das sich an einem Hang befindet. Nachdem wir zuerst zahlreiche Fotos machten, liefen wir über eine Treppe auf den Grad, an dessen beiden Hängen die Felder mit den Erdpyramiden sind. Nach weiteren Fotos dort oben, liefen wir weiter zu einer kleinen Kapelle und anschließend wieder hinab zum Parkplatz.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend fuhren wir weiter nach Prolom Banja, einem kleinen, sehr schön in einem engen Tal gelegenen Kurort, wo wir zu Mittag aßen. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Kurpark und der obligatorischen Besichtigung der heilsamen Quellen, entschieden wir uns noch eine Wanderung zu einer Kirche, die ursprünglich aus dem vierten Jahrhundert stammen soll, zu machen. Der Weg war für serbische Verhältnisse sehr gut ausgeschildert, sodass es nicht schwierig war sich zurechtzufinden. Außerdem trafen wir einige andere Wanderer, die wir immer fragen konnten, wie lange es noch sei. Die Kirche (Crkva Lazarica) ist an einem Hang gelegen und besteht aus einem Glockenturm, einem kleinen Gebetsraum und einem Souvenirshop. Aus Zeitgründen legten wir aber nur eine kurze Pause ein und machten uns dann auf den Rückweg. Nach einem kühlen Getränk gegen die Hitze in einem schönen Café außerhalb des Ortes, erreichten wir pünktlich den Bus und hatten eine wiederum lustige Rückfahrt.</span></p>
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		<title>Ein kleiner Stadtführer für Kragujevac</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 19:08:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich bin mittlerweile wieder zurück in Deutschland. In meinen beiden letzten Monaten in Serbien habe ich es leider kaum geschafft, Berichte zu schreiben, weil zunächst mein Laptop kaputt war und ich anschließend am Wochenende oft verreist war und ansonsten viel Abschiedsstress hatte. Dies werde ich nun im Laufe der nächsten Wochen nachholen. Neue Fotos gibt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=156&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ich bin mittlerweile wieder zurück in Deutschland. In meinen beiden letzten Monaten in Serbien habe ich es leider kaum geschafft, Berichte zu schreiben, weil zunächst mein Laptop kaputt war und ich anschließend am Wochenende oft verreist war und ansonsten viel Abschiedsstress hatte. Dies werde ich nun im Laufe der nächsten Wochen nachholen. Neue Fotos gibt es schon, schaut einfach mal rechts bei den Links nach, was ihr noch nicht kennt. Berichte über meine Reisen, meine Arbeit in Kragujevac sowie noch ein paar Beobachtungen über Serbien werden demnächst folgen. Es beginnt heute mit einem kleinen Stadtführer über Kragujevac.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die meisten interessanten Punkte in Kragujevac erreicht man innerhalb von maximal 30 Minuten in der Innenstadt. Wenn man von der Autobusstation kommt, wo man am häufigsten ankommt, wenn man die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht, überquert man als erstes den Bach Lepenica, der die Stadt in zwei Hälften teilt. Auf der Seite der Autobusstation ist der größte Teil der Industrie untergebracht, insbesondere das Automobilunternehmen Zastava, der größte Arbeitgeber der Stadt. Auf der anderen Seite sind der größte Teil der Wohngebiete und das Stadtzentrum.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nach der Überquerung der Lepenica sieht man schon die Sporthalle „Hala Jezero“, in der alle guten Sportmannschaften des Vereins „Radnički Kragujevac“ spielen, unter anderem kann man sich Volleyball, Basketball und Handball ansehen. Für serbische Verhältnisse ist die Halle mit ca. 3000 Zuschauerplätzen ziemlich groß und auch relativ komfortabel, da alle Plätze bestuhlt sind. Der Name der Halle ist von dem benachbarten See abgeleitet, der von einem kleinen Park sowie einem guten Restaurant umgeben ist und sich somit hervorragend für Spaziergänge eignet.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Direkt daneben ist das Roda Centar, ein im letzten Jahre eröffnetes Einkaufszentrum, das an sieben Wochentagen bis abends um 22.00 Uhr geöffnet ist. Hier treffen sich viele Jugendliche, da es in Serbien nur wenige „westliche“ Einkaufszentren gibt und es somit eine große Attraktion ist.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Von hier aus kann man in zehn Minuten zur Fußgängerzone laufen. Auf dem Weg dorthin kommt man am Rathaus vorbei, das den Eindruck eines kommunistischen Funktionsbaus erweckt. Hier und in der angrenzenden Polizeistation habe ich viel Zeit bei meinen zahlreichen An- und Abmeldungen verbracht. Geht man weiter, verschönert sich die Gegend, im Sommer sieht man einige Straßencafés. Anschließend erreicht man die Post und direkt daneben das Hotel Kragujevac, in dem viele große Feiern stattfinden. Das Gebäude der Post ist auch noch nicht so alt, aber sehr viel geschmackvoller als das Rathaus. Am Platz befindet sich außerdem der „Peron“ (Eisenbahnwagon), ein bekanntes Café mit sehr guten Pfannkuchen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Anschließend erreicht man die Fußgängerzone, die aus vier Straßen besteht. In ihr gibt es zahlreiche kleine und große Geschäfte und sehr viele Cafés. Die Häuser besitzen zum Teil noch alte Bausubstanz mit einigen schönen Verzierungen, zum Teil sind es Neubauten aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. An einer der größten Ausfallstraßen, die zum Teil auch zur Fußgängerzone gehört, liegt die größte Kirche der Stadt, die wie fast alle orthodoxen Kirchen sehr schön aussieht. Folgt man der Straße, trifft man auf zahlreiche kleine Imbisse, Cafés, Kneipen, eine Diskothek sowie den „Veliki Park“ (Großen Park).</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Biegt man nach links ab, erreicht man das Theater und das erste Gymnasium. Sie sind beide die jeweils ersten im modernen serbischen Staat, sind in sehr schönen, monumentalen Gebäuden untergebracht und repräsentieren das Gefühl der Menschen, dass Kragujevac im Herzen Serbiens liegt. Auf dem Platz vor dem ersten Gymnasium ist ein Denkmal für Vuk Karadžić, den großen Reformator der serbischen Sprache.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Folgt man der kleinen Straße hinab zur Lepenica, trifft man auf einen typischen serbischen Markt, das Stadtmuseum sowie eine weitere große Ausfallstraße, an der zahlreiche kleine Geschäfte liegen. Überquert man den Fluss, wobei man sich die verzierten Brücken genau ansehen sollte, weil darin die Jahresdaten von vier serbischen Aufständen eingraviert sind, kommt man zur alten Kirche sowie zum ersten Parlament des modernen serbischen Staates. Darin ist heute ein Museum untergebracht, das aber wie viele Museen in Serbien zurzeit renoviert wird.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Der Veliki Park eignet sich hervorragend für Spaziergänge und ruhige Abende im Freien. Direkt daneben befindet sich die Maschinenbaufakultät, deren Gebäude jedoch ein reiner Funktionsbau ist. Geht man noch weiter in den Park, trifft man auf eine weitere Diskothek sowie anschließend auf den großen Gedenkpark Šumarice, der ein Museum in einem sehr interessanten Bau sowie zahlreiche Denkmäler umfasst. Er wurde in Erinnerung an ein Massaker der deutschen Wehrmacht während des zweiten Weltkrieges eingerichtet, bei dem ca. 3000 Zivilisten ermordet wurden, darunter eine komplette Schulklasse des Gymnasiums. Der Park eignet sich heute auch sehr gut für Spaziergänge und Picknicks. Direkt daneben ist ein Stausee, der Šumarice jezero, in dem einige mutige Menschen auch baden, aber niemand weiß genau, ob die Qualität des Wassers gut genug dafür ist. Die meisten Menschen sitzen nur am Strand, treiben Sport oder sitzen in einem der benachbarten Cafés.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Ca. 20 Minuten außerhalb der Innenstadt befindet sich das zweite Gymnasium auf einem Hügel, direkt neben den Fakultäten für Jura und Ökonomie. Es ist in einem sehr modernen und sehr schönen Gebäude untergebracht, dass man schon von weitem gut erkennen kann.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Wenn man tagsüber die Stadt besichtigt hat, sollte man noch wissen, wie man den Abend normalerweise verbringt. Bis ungefähr 21 Uhr sitzen die meisten Menschen in Cafés oder Restaurants, anschließend in Kneipen und ab ca. 1 Uhr begibt man sich in Diskotheken und Nachtclubs. Wenn man nicht genau, weiß, wohin man möchte, sieht man sich am besten in der Innenstadt um, hier findet man eigentlich alles. Auch in den anderen Stadtteilen kann man fündig werden, aber hier sollte man sich besser von einem Einheimischen führen lassen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die meisten Stadtteile außerhalb der Innenstadt bestehen vor allem aus Wohngebieten, z.B. die Großwohnsiedlungen Aerodrom und Erdoglija. Zumeist findet man auch noch einige Geschäfte und Cafés dort. In die Innenstadt kommt man am besten mit dem Taxi, das, im Vergleich zu deutschen Städten, sehr billig ist. Noch billiger sind die Busse, bei denen man aber nie weiß, wann sie kommen, da der Fahrplan nicht so exakt eingehalten wird, dass man sich wirklich auf ihn verlassen könnte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Man kann eigentlich alles Wesentliche in Kragujevac an einem Tag besichtigen. Wenn man mehr Zeit hier verbringen möchte, empfiehlt es sich Leute zu kennen, die einem die unterschiedlichen Ausgehmöglichkeiten zeigen können, die wissen, was man in der Umgebung noch besichtigen kann, und die einem zahlreiche schöne Einblicke in das serbische Leben geben können.</span></p>
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		<title>Die beste Zeit für einen Serbienurlaub</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 20:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adiaserbien</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit meinem Umzug nach Kragujevac im Januar war ich noch ein paar Mal in Valjevo. Seit Mai ist das Wetter in Serbien fast durchgehend schön, sodass ich jetzt Valjevo nicht nur im Herbst und Winter sondern auch im Sommer kennen gelernt habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele serbische Städte sehr jahreszeitenabhängig sind. Im Winter [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=153&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Seit meinem Umzug nach Kragujevac im Januar war ich noch ein paar Mal in Valjevo. Seit Mai ist das Wetter in Serbien fast durchgehend schön, sodass ich jetzt Valjevo nicht nur im Herbst und Winter sondern auch im Sommer kennen gelernt habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele serbische Städte sehr jahreszeitenabhängig sind.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Im Winter sind die Möglichkeiten, die einem geboten werden, sehr begrenzt. Die Infrastruktur ist nicht auf Niederschläge ausgerichtet. So gibt es bei Regen viele große Pfützen auf den Straßen und gelegentlich können große Mengen Schnee fallen, da es insgesamt kälter ist als in Deutschland. In Kragujevac hatten wir im Februar zum Beispiel einmal fast zwei Tage am Stück Schneefall, sodass selbst in der Stadt fast 50 cm Schnee lagen und an einem Tag sogar der Unterricht in den Schulen ausgefallen ist.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Viele Freizeitmöglichkeiten sind im Winter nicht nutzbar. Spazieren gehen in den Innenstädten oder in den zahlreichen Parks ist nicht möglich, Sport kann man auch nur wenig machen, da die meisten Menschen z.B. Basketball draußen auf Freiplätzen und nicht in Sporthallen spielen. Das Vereinswesen ist in Serbien nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. Wenn man in Serbien in einem Verein spielt, bedeutet das automatisch, dass man (mehr oder weniger) professionell trainiert. Sofern man dies nicht möchte aber trotzdem auch im Winter Basketball spielen möchte, muss man sich Freunde suchen, mit denen man sich gemeinsam eine Halle mietet. Andere Freizeitmöglichkeiten im Winter sind nur Museen, die aber meistens nicht so interessant gestaltet sind wie viele Museen in Deutschland, Skifahren oder AGs in Schulen. Diese werden aber meistens nur von wenigen Menschen besucht. Zum alpinen Skifahren gibt es mehrere Möglichkeiten in Serbien, z.B. auf dem Kopaonik, einem Berg im Süden Serbiens, oder in Divčibare in der Nähe von Valjevo. Wer weiter reisen möchte hat das wahrscheinlich beste Skigebiet im ehemaligen Jugoslawien zur Verfügung: Das Olympiagelände bei Sarajevo (dort fanden bei der Winterolympiade 1984 die alpinen Skirennen statt). Da ich aber nur langlaufe und nicht abfahre, gibt es für mich praktisch keine Möglichkeiten in Serbien, da Langlauf nicht sehr verbreitet ist.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die letzte Möglichkeit seine Zeit außerhalb von zu Hause zu verbringen sind die zahlreichen Cafés, die es in wahrscheinlich jeder serbischen Stadt gibt. Vor allem im Dezember haben aber viele meiner Freunde, die in die Schule gehen, viel zu lernen gehabt, da am 30.12. das erste Halbjahr aufgehört hat und sie deswegen viele Klassenarbeiten geschrieben haben und mündliche Prüfungen hatten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Dazu kommt, dass die Architektur, die oft kommunistisch von vielen grauen Betonbauten geprägt ist, noch trister wirkt als im Sommer und somit nicht dazu beiträgt die Stimmung zu heben. Ich besitze auch fast keine Freunde, die den Winter lieber mögen als den Sommer. Einige sagen sogar, dass sie im Winter am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen, weil ihnen nichts interessantes einfällt, was sie machen könnten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Im Sommer kann man dagegen in fast allen Cafés draußen sitzen. Die meisten Cafés, insbesondere jene in den Fußgängerzonen, besitzen Bereiche im Freien. Dort verbringen die Menschen den ganzen Tag über viel Zeit. Außerdem gibt es viele Plätze um spazieren zu gehen, z.B. in den Innenstädten, den Parks und entlang der Flüsse. In Valjevo bietet sich dafür vor allem das Tal des Gradac an, das im Sommer wirklich traumhaft schön ist. Zudem kann man mehr Sport machen. Zu den beliebtesten Sportarten, die vor allem auf Freiplätzen im Sommer ausgeübt werden, gehören Basketball, Fußball und Tennis.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Dementsprechend kenne ich auch viele Menschen, die im Sommer fast nie zu Hause sind, weil sie den ganzen Tag draußen mit Sport, spazieren gehen und Kaffee trinken verbringen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Aus diesen Gründen kann ich jedem Reisenden nur empfehlen im Frühling oder Sommer (der beste Monat ist wahrscheinlich der Mai, da es schon schön aber noch nicht so heiß ist) nach Serbien zu kommen. Es gibt mehr Möglichkeiten, was man machen kann, die Menschen sind besser gelaunt und das Wetter ist fast immer schön.</span></p>
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		<title>„Na selu“ – Wanderungen auf dem Lande</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 11:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adiaserbien</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Frühling und im Sommer habe ich mehrere Wanderungen in der Umgebung von Kragujevac gemacht. Leider gibt es fast keine „echten“ Wanderwege sondern man läuft immer auf kleinen Sträßchen. Dies hat aber auch damit zu tun, dass der ländliche Raum in Serbien ganz anders gestaltet ist als in Deutschland. Die Landschaft rund um Kragujevac ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=adiaserbien.wordpress.com&amp;blog=4754201&amp;post=149&amp;subd=adiaserbien&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Im Frühling und im Sommer habe ich mehrere Wanderungen in der Umgebung von Kragujevac gemacht. Leider gibt es fast keine „echten“ Wanderwege sondern man läuft immer auf kleinen Sträßchen. Dies hat aber auch damit zu tun, dass der ländliche Raum in Serbien ganz anders gestaltet ist als in Deutschland.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Landschaft rund um Kragujevac ist sehr hügelig, mit vielen Bergen, die bis zu 700 m hoch sind. Es fällt auf, dass man sehr selten durch unbewohntes Gelände läuft, außer direkt auf den Bergen. Die Dörfer sind kaum voneinander abgegrenzt und besitzen nur selten einen zusammenhängenden Siedlungskörper. Stattdessen sind einzelne Höfe stark gestreut, sodass man fast immer an irgendwelchen Gebäuden vorbeikommt, auch wenn man eigentlich nur irgendwo durch die Wildnis laufen möchte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Nur einmal habe ich bei einer Wanderung zufällig einen markierten Wanderweg entdeckt, der an keinem einzigen Haus vorbeiführte, sondern nur durch den Wald und über ein paar Wiesen. Von dort aus hatte man einen schönen Blick auf Kragujevac und die umliegenden Dörfer. Auf diesem Weg war aber vermutlich auch schon lange niemand mehr gegangen, denn er war ziemlich zugewachsen. Es gab auch kein Hinweisschild, der Weg zweigte plötzlich von einer am Waldrand entlang führenden Straße ab und nach ca. 100 m fand ich ein Zeichen, dass sich danach so oft fortsetzte, dass der Weg wirklich nicht zu verfehlen war, sobald man ihn einmal gefunden hatte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Auf den Stadtplan von Kragujevac kann man sich nur innerhalb der Stadt verlassen. Sobald man diese verlässt, nützt er kaum noch etwas, da es viele Wege gibt, die auf dem Stadtplan nicht eingezeichnet sind aber auch viele, die auf dem Stadtplan existieren, aber in der Realität nicht. Deswegen benutze ich meinen Stadtplan nur um aus der Stadt herauszukommen, wenn ich wandere. Danach verlasse ich mich mehr auf meinen Orientierungssinn und auf die Straßenbeschaffenheit um mir zu überlegen, wo ich lang gehe.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Unterschiede zwischen Dörfern und Städten in Serbien sind gewaltig. Es gibt zum einen materielle Differenzen aber auch viele geistige Unterschiede. Schon oft habe ich eine starke Arroganz der „Städter“ gegenüber den „Dörflern“ festgestellt. Diese gelten als ungebildet und „roh“. Falls sich jemand unüblich oder grob verhält, wird als Erklärung häufig gesagt, dass er aus einem Dorf kommt.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Sehr stark sind auch die materiellen Unterschiede. Die Häuser in der Stadt sind in einem deutlich besseren Zustand als in den Dörfern. Es fällt auf, dass viele Häuser in Dörfern nicht verputzt sind. Geheizt wird in den Dörfern zumeist mit Holz, während in den Städten Gasanschlüsse immer verbreiteter werden. Die Landwirtschaft ist häufig sehr kleinflächig und von einem geringen Maschinenaufwand gekennzeichnet. Viele Menschen auf dem Land besitzen nur wenige Tiere oder kleine Felder. Sie bewirtschaften diese vor allem mit menschlicher Kraft und setzen kaum Maschinen ein. Einzig Traktoren sind etwas weiter verbreitet.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Die Verbindungen zwischen Dörfern und Städten sind nicht so groß wie zum Beispiel in Deutschland. Ein Mensch aus einer Stadt kommt fast nur in ein Dorf um Verwandte zu besuchen. Die Menschen aus den Dörfern kommen in die Städte um ihre Waren auf Märkten zu verkaufen und Dinge einzukaufen, die es in ihrem Dorf nicht gibt. Ein Pendeln vom Arbeitsplatz in der Stadt zum Wohnort auf dem Land ist nicht üblich.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Man sagt, dass die Menschen auf dem Land insgesamt gastfreundlicher sind als die Menschen in den Städten, da sie selten andere Menschen treffen und deswegen jede Begegnung angenehm gestalten wollen. Außerdem haben sie flexiblere Arbeitszeiten und deswegen mehr Zeit, sich um Gäste zu kümmern.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Wenn ich deutsche und serbische Dörfer vergleiche, fallen mir zahlreiche Unterschiede auf: In deutschen Dörfern wohnen relativ viele wohlhabende Menschen, während in Serbien die Menschen fast immer ärmer sind als in den Städten. Die serbischen Dörfer besitzen meist eine große Fläche mit weit verstreuten Höfen und kleinen Feldern. Dagegen haben die meisten deutschen Dörfer einen kleinen zusammenhängenden Siedlungskörper, der von großen Feldern umgeben ist. In der deutschen Landwirtschaft werden viele Maschinen eingesetzt, in der serbischen nur sehr wenige. Die meisten Menschen, die in Serbien in einem Dorf wohnen, arbeiten auch dort, während in Deutschland viele Menschen zu ihren Arbeitsplätzen in den Städten pendeln. In Deutschland gelten die dörflichen Gesellschaftsstrukturen als wenig offen gegenüber Fremden. Im Gegensatz dazu sagt man in Serbien, dass die Menschen in den Dörfern gastfreundlicher sind als in den Städten.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-family:Arial;">Alle diese Strukturen und Unterschiede habe ich bei meinen Wanderungen in verschiedene Dörfer entdeckt und viele wurden mir auch im Gespräch mit diversen Menschen bestätigt. Um also die serbischen Kultur zu entdecken, kann ich jedem Serbienurlauber nur einen Besuch in mindestens einem „echten“ Dorf empfehlen. Man wird fast immer freundlich empfangen, auch wenn sich die Leute am Anfang vielleicht etwas wundern und sich fragen, was man bei ihnen im Dorf möchte. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen.</span></p>
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