Gornji Milanovac: Eine serbische Kleinstadt

Zu meinen Aktivitäten in den Osterferien gehörte auch, dass ich eine Freundin in Gornji Milanovac besucht habe. Das ist eine kleine Stadt (ca. 50.000 Einwohner im Gemeindegebiet), die etwas weniger als 50km von Kragujevac entfernt ist.

Bereits auf der Fahrt dorthin und zurück machte ich wieder meine Erfahrungen mit serbischen Straßen sowie Busreisen. Die Busse halten in jedem noch so kleinen Dorf und es steigen auch tatsächlich Leute ein und aus. Wegen einer Baustelle musste der Bus einen Umweg durch ein großes Parkareal in Kragujevac machen, über sehr schmale Straßen, die in Deutschland, auch wegen ihrer Lage im Park, wahrscheinlich für den Autoverkehr gesperrt wären. Abgesehen davon war die Fahrt aber schön, weil die Landschaft zwischen Kragujevac und Milanovac sehr schön ist. Die Landschaft ist sehr hügelig und bewaldet, dazwischen gibt es viele kleine Dörfer.

Die Stadt wurde während der diversen Kriege des letzten Jahrhunderts stark zerstört, insbesondere während des zweiten Weltkrieges. Aus diesem Grund gibt es nur wenige alte Gebäude, aber trotzdem einige sehr schöne. Die schönsten sind wahrscheinlich die orthodoxe Kirche, eine frisch renovierte Grundschule und das alte Rathaus. Interessant ist, dass das schönste Schulgebäude eine Grundschule ist, da die Städte normalerweise sich gut präsentieren wollen und deswegen die Gymnasien (die höchsten Schulen in Serbien) am besten erhalten sind, während man auf die Grundschulen häufig keinen großen Wert legt. Die Innenstadt ist nicht so groß, aber es gibt viele Cafés, in denen man bei den sommerlichen Temperaturen, die wir hatten, auch draußen sitzen kann.

Das schönste an Milanovac sind meiner Meinung nach aber die Parkanlagen und die Mischung aus städtischer Bebauung und einer sehr schönen natürlichen Umgebung. Wir waren in zwei Parks. Einer davon war der Brdo Mira (direkt übersetzt: Berg der Ruhe oder Berg des Friedens). Dieser liegt oberhalb der Innenstadt und wurde zu Ehren von serbischen Helden aus verschiedenen Zeiten erbaut. Er enthält mehrere Denkmäler, ist überwiegend bewaldet und auch sonst schön gestaltet. Man hat auch einen schönen Blick auf die Stadt und ihre Umgebung. Der zweite Park, in dem wir waren ist deutlich kleiner, liegt nicht weit vom Brdo Mira entfernt, und ist sehr naturbelassen, aber auch nicht so gepflegt.

Ich glaube, dass Gornji Milanovac eine typische serbische Kleinstadt ist. Sie ist hübsch gelegen, bietet einige Möglichkeiten einen schönen Tag in Parks oder Cafés zu verbringen und aus Erzählungen der Freundin, die ich besuchte, weiß ich, dass man auch nachts dort gut ausgehen kann. Die serbischen Kleinstädte leben viel von ihren Menschen, da sich die meisten Menschen untereinander gut kennen und die Atmosphäre deswegen sehr freundlich ist. So habe ich auch viele Menschen kennen gelernt, die mit meiner Freundin befreundet sind. Viele von ihnen haben wir einfach so auf der Straße getroffen. Somit war es ein interessanter Tagesausflug, der mir einige schöne und interessante Einblicke in die serbische Kultur und das serbische Leben außerhalb der großen Städte gegeben hat.

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